Der Kampf um die Aufmerksamkeit
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- Kategorie: Impulse
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- Geschrieben von Urs Wunderli
Rattatatatatata…. Ratatata‐ding‐ding‐ding tatata… so tönt es neben mir auf dem Boden. Hanna hat ein Spielzeug aus der Kinderhüeti in mein Büro geschleppt. Da kann man oben fest drücken und dann geht unten eine Reitschule rundherum. Dann macht‘s Rattatatatatata…. Ratatata‐ding‐ding‐ding tatata… So schnell, wie das Spielzeug in mein Büro gekommen ist, so schnell ist es auch wieder draussen. Nun sitzt Hanna mit einem Büchlein bewaffnet auf dem Boden, guckt sich das Ding an und schnalzt dabei mit der Zunge… Nun kann man sich sicherlich fragen, was Hanna in meinem Büro tut.
Nun, ich behaupte, es ist der Kampf um die Aufmerksamkeit. Wahrgenommen zu werden bedeutet, geschätzt zu werden in dem, was man tut, geliebt und geachtet zu werden. Das alles zusammen gibt uns das Gefühl, hier zu Hause zu sein. Hanna hat es im Moment nicht leicht, da sich seit der Geburt von Rebecca die Familienverhältnisse neu gebildet haben. Jeder von uns vieren muss wieder seinen Platz in der Familie finden, so auch Hanna. Sie macht es ganz gut. Manchmal hat sie aber ihre Momente, in denen sie sich ihre Aufmerksamkeit bei uns Eltern abholen möchte. Das kann dann aber zu Konflikten führen. Was ist, wenn Christine gerade am Stillen ist und ich am Arbeiten? Wer gibt dann die Aufmerksamkeit, die so dringend benötigt wird? Hanna muss lernen, dass sie ihre Zuwendung bekommt, aber nicht immer gleich zu dem Zeitpunkt, wie sie es wünscht. Verzichten, Warten und geduldig sein sind die Dinge, die wir nun am Üben sind. Wenn meine Bürotüre für die Gemeinde immer offen sein soll, so bedeutet das, dass sie auch für meine Kinder offen sein muss. Doch meine Kinder müssen auch lernen, dass Papa arbeitet und sich nicht immer mit ihnen abgeben kann. Gar nicht so einfach, da die goldene Mitte zu kriegen.
Was wir in unserer Familie am Üben sind, üben wir alle zusammen auch in der Gemeinde. Ich gehe davon aus, dass wir uns alle eine Gemeinde wünschen, in der ich wahrgenommen werde und meine Arbeit geschätzt wird. Ein herzliches „Dankeschön“ für eine Arbeit tut so wunderbar gut. Ich fühle mich geschätzt, angenommen, benötigt und anerkannt. Einfach richtig zu Hause. Doch wer sagt mir danke? Wer sieht meine Arbeit? Schätzen die Leute auch, was ich tue? Oder es kommt Kritik, weil etwas nicht so war, wie es sich jemand vorgestellt hatte. Wird meine Arbeit noch geschätzt? Wie wir uns in der Familie wieder neu einrichten müssen, so müssen wir uns in der Gemeinde auch immer wieder neu aufeinander einstellen. Manchmal geht es ein wenig länger, bis ich die Anerkennung bekomme, die mir eigentlich zusteht. Manchmal möchte ich aber auch mehr Anerkennung, als ich überhaupt verdiene etc.
Zwei Dinge sind mir dabei enorm wichtig. Erstens habe ich den Wunsch, dass wir eine Gemeinde sind, in der wir alle uns gerne einsetzen. Mein Wunsch ist, dass die Talente, die wir in der Gemeinde haben, auch wirklich zum Tragen kommen können. Also lasst uns üben, einander danke zu sagen! Das zweite, das wir nie vergessen dürfen ist, dass Gott unsere Arbeit sieht. Auch wenn sie im Gemeindealltag untergeht, auch wenn es der Pastor nicht wahrnimmt, Gott hat es gesehen. Er wird es nicht vergessen und uns einst reichlich vergelten! Jesus sagt: "Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlässt um des Reiches Gottes willen, der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der zukünftigen Welt das ewige Leben." (Lk. 18, 29‐30)
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Liebe Gemeinde, liebe Freunde
In der letzten Zeit wurde immer deutlicher, dass an unserem Haus, der Stadtmission Luzern (Stami) an der St. Karlistrasse 13 in Luzern, einige bauliche Investitionen getätigt werden müssen. Das Haus soll dazu beitragen, dass Gottes frohe Botschaft in der Stadt Luzern bekannt gemacht wird. Wenn wir über ein Haus, Investitionen oder bauliche Massnahmen nachdenken, so wollen wir uns doch immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass wir all dies planen, weil das Evangelium von Jesus Christus, der Botschaft von der Vergebung der Sünden und der erneuerten Beziehung zu Gott im Zentrum steht. Gott hat uns vor 30 Jahren die Möglichkeiten für dieses Haus geschenkt. Wie viele Menschen lernten wohl in diesem Haus den Herrn Jesus kennen? Auch in Zukunft möchten wir diese Räume dazu nutzen, Menschen der Stadt Luzern für Jesus Christus zu gewinnen und sie in ihrer Beziehung zu ihm und zueinander zu fördern.
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