Samstag 19 Mai 2012
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Hörst Du die Stimme?

ohr„Hörst Du die Stimme, die stumm war und spricht? Siehst Du die Hand, die das Brot mit uns bricht? Brennt nicht Dein Herz, weil sein Wort mit uns geht und neue Hoffnung aussäht?“

Mühsam steige ich die Stufen dieses alten Turmes hinauf. Es treibt mich nach oben, auch wenn der Atem bald nicht mehr mitkommt. Warum mussten die vor 300 Jahren auch so hohe Türme bauen? Und dann endlich habe ich die letzte Stufe erreicht.

Ich trete in den Sonnenschein hinaus und bewundere die schöne Aussicht. Zwischen den Zinnen des „Männliturmes“ schaue ich auf die Stadt Luzern. Ich schaue auf die Häuser und überlege mir, wer da wohl wohnt, was diese Menschen wohl denken, fühlen und tun? Was macht ihnen Sorgen, wovor haben sie Angst? Was macht ihnen Freude? Kennen diese Menschen Jesus Christus als ihren Erlöser? Herrscht der Friede Gottes in den Häusern oder nicht? In mir wird der Wunsch immer stärker, dass doch Jesus Christus diese Herzen erreichen kann. „Brennt nicht Dein Herz?“ Die Frage aus dem Refrain scheint mich zu verfolgen. Still gebe ich die Antwort auf die Frage: „Ja, mein Herz brennt! Herr, lass dein Evangelium die Menschen hier erreichen!“

Ein andermal steige ich wieder empor. Das liegt nicht an mir, sondern weil es um unser Haus herum praktisch immer nur „nach oben“ geht… Heute steige ich in Richtung Gütsch. Da oben, etwas unterhalb des Hotels, gibt es so etwas wie einen zu kurz geratenen Turm. Mitten in der Wand ragt er doch wie ein zu kurz geratener Wächter heraus. Dank seines Standortes kann man von da aber doch ziemlich gut über die Stadt blicken. Ich liebe diesen Ausblick. Unter mir rattert ein Zug über die Schienen und hinein in den Tunnel in Richtung Bahnhof. Und wieder sehe ich die Häuser der Stadt, nun ganz andere. Doch wieder frage ich mich, ob die Menschen darin den Herrn Jesus kennen, und ob sie sicher sagen könnten, dass sie in den Himmel kommen. „Brennt nicht Dein Herz, weil sein Wort mit uns geht?“ Klingt mir dieser Refrain wieder nach. „Ja, es brennt!“ möchte ich am liebsten laut hinausschreien. „Sein Licht an den Orten, die schwarz sind und kalt“: Wie wünsche ich mir, dass Jesu heilendes Licht in die dunklen Häuser kommt. „Er lebt und er handelt, in neuer Gestalt“. Wie froh bin ich, dass Jesus am Handeln ist. „Erwachende Freude, zaghaft und scheu, und heilsame Worte vertraut und doch neu.“ Menschen, die zu Jesus kommen, ach wie wunderbar ist doch das. Mein Blick schweift über die Stadt und bleibt an einem alten Haus hängen. Ich kenne es gut, in den oberen beiden Stockwerken bin ich zu Hause. Unten der Gemeindesaal und auf dessen Dach der Jugendraum. Und wieder drängt sich die Frage auf: „Brennt nicht Dein Herz?“ Und jetzt werde ich ganz zappelig. Könnten wir nicht einmal zusammen eine Evangelisation organisieren? Einfach, weil es so viel Freude macht, Jesus bei der Arbeit zuzugucken?

Foto: © A. Reinkober / PIXELIO

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