Samstag 19 Mai 2012
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Ich habe dem Mörder meiner Tochter vergeben

HandUrsula Link, allein erziehende Mutter, berichtete, wie in der Neujahrsnacht 2000 ihre 16-jährige Tochter Steffi nicht mehr nach Hause kam. Ein Mann aus der Sadomaso-Szene hatte sie mit einem Messer niedergestochen, vergewaltigt und verstümmelt. Daraufhin fielen Ursula und ihre 14 Jahre alte Tochter Nadine, die jüngere Schwester von Steffi, in eine tiefe Depression. Nadine versuchte sich das Leben zu nehmen und kam in eine Jugendpsychiatrie. Zwei Jahre nach dem Mord an Steffi waren beide, Ursula und Nadine, am absoluten Tiefpunkt ihres Lebens angelangt. Verzweifelt suchte Ursula Hilfe bei einer Freundin.

Diese Freundin erzählte ihr von Jesus Christus. Jesus berührte ihr Herz und so übergab sie noch am selben Tag ihr Leben in die Hände Jesu. Auch Nadine nahm Jesus Christus als ihren Herrn und Heiland an. Ursula und Nadine fanden in einer Gemeinde Kontakt zu Christen, die ihnen in ihrer schweren Not zur Seite standen. Die Beziehung zu Jesus Christus vertiefte sich. Immer mehr heilten ihre inneren Wunden und sie beide waren gewiss, dass sie einst bei Jesus sein dürfen.

Doch was war mit Steffi? Ursula und Nadine fanden doch erst nach dem Tod von Steffi zum Glauben. Würden sie Steffi im Himmel wieder antreffen? Ursula erinnerte sich, dass sie beim Räumen von Steffis Zimmer eine kleine grüne Gideonsbibel fand. Sie hatte sie damals zu den anderen Bibeln in ihrem Haushalt gelegt. Ursula suchte die Bibel und fand darin den vorgedruckten Text: „Mein Entschluss, Jesus Christus als meinen Erretter anzunehmen: Ich bekenne, dass ich ein Sünder bin, und ich glaube, dass der Herr Jesus Christus für meine Sünden am Kreuz gestorben und zu meiner Rechtfertigung auferstanden ist. Ihn nehme ich jetzt an und bekenne ihn als meinen persönlichen Erretter.“ Diesen Text hatte Steffi, als sie 11 Jahre alt war, mit Datum und Unterschrift unterzeichnet. Steffi hatte Jesus Christus in ihr Herz aufgenommen, lange bevor sie brutal ermordet worden war. Die Freude ihrer Mutter Ursula, zu wissen, dass sie einst ihre Tochter im Himmel wieder sehen würde, war enorm. Die ganze Familie war nun also in Gottes Hand geborgen. Doch was war mit dem Mörder? Jesus schenkte Ursula weiterhin viel Heilung in ihrem Herzen. Nach einer Zeit kam sie an den Punkt, an dem sie merkte, dass sie gerade diesem Mörder vergeben muss. Ursula berichtet: „Eines Tages war ich soweit, dass ich sagen konnte: ‚Herr Jesus, ich vergebe diesem Mann aus vollem und ganzem Herzen.‘ In diesem Moment durfte ich erfahren, dass ich noch einmal freier und heiler an meiner Seele wurde.“

Nach dem Mord an Steffi war der Mörder schnell gefasst worden. Er wurde zu lebenslanger Haft und anschliessender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Und nun geschah das Unglaubliche. Ursula besuchte diesen Mann im Gefängnis. Ursula erzählt: „Im Februar 2009 besuchte ich den Mörder meiner Tochter im Gefängnis. Er war schwer an Krebs erkrankt. Ich konnte ihm sagen, dass ich ihm vergeben habe und dass auch Gott ihm vergeben möchte. Der Mann bat mich darum, mit ihm zu beten, was ich auch tat. Unter Tränen übergab er sein Leben Jesus Christus. 14 Tage später starb er.“ Ursula arbeitet heute ehrenamtlich im Schwarzen Kreuz mit und besucht zweimal wöchentlich Gefangene im Gefängnis.

Solche Geschichten gehen mir unter die Haut! Hier sehen wir die Macht unseres Herrn Jesus Christus ganz deutlich. Egal wie zerstörerisch etwas sein kann, Jesus kann heilen. Menschen, die ihr Leben Jesus anvertrauen, werden von ihm verändert, so dass die unmöglichsten Dinge möglich werden. Diese Wunder zu erleben, hautnah dabei zu sein und zu beobachten, wie Jesus Menschen ruft und sie befreit, ist für mich das Eindrücklichste, was es gibt. Wer Wunder erleben möchte, muss nur dahin gehen, wo sich Menschen bekehren… Wir können diese Wunder aber auch in unserem Alltag erleben. Mein Anliegen ist es, dass sich möglichst viele Menschen zu Jesus hinwenden. Und so bin ich am Überlegen, wem ich wohl von Jesus erzählen könnte. Wie ich das am besten mache usw. Und dann kenne ich Menschen, von denen ich mir wünsche, dass sie Jesus kennen lernen würden. Ich habe keine Ahnung, wie ich es anstellen soll, dass sie überhaupt beginnen sich für Jesus zu interessieren. So bete ich einfach für sie. Ich bete, bete und hoffe und warte auf den Zeitpunkt, an dem Gott grünes Licht gibt und es einen Schritt weiter geht. Jeden Tag sage ich dem Herrn Jesus, wie schön es wäre, wenn sich diese Personen doch zu ihm hinwenden würden. Und dann warte ich, Tag für Tag, bis dieses Wunder eintrifft… Und wenn es dann einst soweit sein soll, dann freue ich mich einfach unbeschreiblich über Gottes Geschenk.

Kommt, lasst uns beten, hoffen und einladen, solange wir nur können…

Geschichte aus dem Buch: "Ich habe dem Mörder meiner Tochter vergeben"
Christiliche Verlagsgesellschaft GmbH, Die Gideons, ISBN 978-3-89436-830-2
Foto: © R. Sandbothe / PIXELIO

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