Wenn man ein Editorial schreiben soll, schreibt man am besten über das, was einem gerade am meisten beschäftigt. Nur das kann ein Problem darstellen. Wie ist es, wenn einem gerade etwas beschäftigt, das nun wirklich nicht fromm ist? So, wie es z.B. mir gerade geht. Wirklich beschäftigen tut mich ein Erlebnis, das ich gerade vor ein paar Tagen hatte. Zufrieden fuhr ich mit unserem wunderbaren Auto von Kriens in Richtung Luzern nach Hause. Aus dem Lautsprecher schallten weihnächtliche Klänge. Draussen war es kalt, doch zum Glück konnte ich im Auto sitzen. So fuhr ich auf der zweiten Spur an der Pauluskirche vorbei. Wieder einmal war an der Ampel rot, und so kuppelte ich aus, bremste den tollen Wagen und hielt brav hinter dem vorderen Auto. Plötzlich machte das Auto einen Sprung nach vorne. Der Motor würgte ab und so blieb das Auto stehen. Natürlich, jetzt wurde es grün… Ich dachte, irgendwie hätte sich wohl der Teppich unter meine Kupplung geschoben, so dass ich versehentlich ausgekuppelt hätte. Also drückte ich die Kupplung fest und startete den Motor. Wie ein Känguru hüpfte ich mit dem Wagen über die Strasse, bis dann endlich der Motor lief. Komisch, was ist denn da los? Ich kuppelte noch einmal heftig, um in den zweiten Gang zu schalten. Doch da realisierte ich, dass das nichts mehr bringen würde. Den zweiten Gang kriegte ich ohne Kupplung beim besten Willen nicht mehr rein… Ich liess den Wagen weiterrollen, wechselte die Spur (brav mit Blinken) und nahm dann gleich die nächste Abzweigung, nur weg von dieser belebten Strasse. Als ich in die Seitenstrasse bog sah ich, dass da gerade noch einige Parkplätze frei waren und schaffte es dann gerade noch dahin. Mit je zwei Rädern auf je einem Parkfeld blieb das Auto stehen… Ich schob das Auto von Hand nach hinten und nach vorn, bis ich einigermassen richtig in nur einem Parkfeld stand. Dann rief ich den Notfalldienst an. Die alarmierten sofort den Autorettungsdienst. Dieser wiederum rief mich zurück und fragte, was denn los sei. Ich schilderte ihm, was geschehen war. Ja, das kenne er, sagte er. Er komme mit dem Lastwagen, um mein Auto aufzuladen. Am liebsten wäre ich aus dem Auto ausgestiegen, hätte
meinen Vorschlaghammer aus dem Kofferraum genommen (doch da war kein Vorschlaghammer) und hätte einmal heftig… Aber da ich ja eben keinen Vorschlaghammer im Kofferraum hatte, ging ich in die Bäckerei nebenan, kaufte einen Berliner und veranstaltete dann im Auto ein Frustessen. Beim Schreiben dieses Artikels bekam ich einen Telefonanruf von meiner Garage. Die Kupplung sei definitiv hinüber. Kostenpunkt Fr. 1‘500.– . Wir vereinbarten, dass er das Auto für den Export verkaufen soll…
So ähnliche Situationen kennt sicherlich jeder. Frust, Wut, Resignation, Enttäuschung etc. machen sich in uns breit. Wie aber gestaltet sich das Glaubensleben genau in einer solchen Situation? Also ich persönlich kann da den Glauben und meine Person nicht trennen. Ich bin auch als Christ frustriert, wütend, resigniert und enttäuscht. Zudem frage ich mich noch, warum Gott das gerade zugelassen hat. Es ist vielleicht eine dumme Frage, und es kommen mir gerade dutzende von theologischen Antworten in den Sinn. Aber die nützen nichts, denn es würde mich wirklich interessieren, was Gott sich da gedacht hatte. Und dennoch, über der ganzen Situation liegt irgendwie ein Friede. Der Friede Gottes nämlich, der mir sagt, dass er alles in der Hand hat. Dieser Friede ist höher als die Vernunft, schreibt Paulus, und genau das ist es, was in dieser Situation so wunderbar gut tut.
Ich wünsche dir unermesslich viel von diesem Frieden im Jahr 2010. So schliesse ich den Bericht mit den Worten von Paulus, die ich dir von ganzem Herzen wünsche: „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ Phil. 4, 7
Urs Wunderli
Hier kannst Du nachlesen, wie sich ein Pfarrer fühlt, wenn sein Auto grad zu Schrott geht...
Zufrieden fuhr ich mit unserem wunderbaren Auto von Kriens in Richtung Luzern nach Hause. Aus dem Lautsprecher schallten weihnächtliche Klänge. Draussen war es kalt, doch zum Glück konnte ich im Auto sitzen. So fuhr ich auf der zweiten Spur an der Pauluskirche vorbei. Wieder einmal war an der Ampel rot, und so kuppelte ich aus, bremste den tollen Wagen und hielt brav hinter dem vorderen Auto. Plötzlich machte das Auto einen Sprung nach vorne. Der Motor würgte ab und so blieb das Auto stehen. Natürlich, jetzt wurde es grün…
Ich dachte, irgendwie hätte sich wohl der Teppich unter meine Kupplung geschoben, so dass ich versehentlich ausgekuppelt hätte. Also drückte ich die Kupplung fest und startete den Motor. Wie ein Känguru hüpfte ich mit dem Wagen über die Strasse, bis dann endlich der Motor lief. Komisch, was ist denn da los? Ich kuppelte noch einmal heftig, um in den zweiten Gang zu schalten. Doch da realisierte ich, dass das nichts mehr bringen würde. Den zweiten Gang kriegte ich ohne Kupplung beim besten Willen nicht mehr rein… Ich liess den Wagen weiterrollen, wechselte die Spur (brav mit Blinken) und nahm dann gleich die nächste Abzweigung, nur weg von dieser belebten Strasse. Als ich in die Seitenstrasse bog sah ich, dass da gerade noch einige Parkplätze frei waren und schaffte es dann gerade noch dahin. Mit je zwei Rädern auf je einem Parkfeld blieb das Auto stehen…
Ich schob das Auto von Hand nach hinten und nach vorn, bis ich einigermassen richtig in nur einem Parkfeld stand. Dann rief ich den Notfalldienst an. Die alarmierten sofort den Autorettungsdienst. Dieser wiederum rief mich zurück und fragte, was denn los sei. Ich schilderte ihm, was geschehen war. Ja, das kenne er, sagte er. Er komme mit dem Lastwagen, um mein Auto aufzuladen. Am liebsten wäre ich aus dem Auto ausgestiegen, hätte meinen Vorschlaghammer aus dem Kofferraum genommen (doch da war kein Vorschlaghammer) und hätte einmal heftig…
Aber da ich ja eben keinen Vorschlaghammer im Kofferraum hatte, ging ich in die Bäckerei nebenan, kaufte einen Berliner und veranstaltete dann im Auto ein Frustessen. Beim Schreiben dieses Artikels bekam ich einen Telefonanruf von meiner Garage. Die Kupplung sei definitiv hinüber. Kostenpunkt Fr. 1‘500.– . Wir vereinbarten, dass er das Auto für den Export verkaufen soll…
So ähnliche Situationen kennt sicherlich jeder. Frust, Wut, Resignation, Enttäuschung etc. machen sich in uns breit. Wie aber gestaltet sich das Glaubensleben genau in einer solchen Situation? Also ich persönlich kann da den Glauben und meine Person nicht trennen. Ich bin auch als Christ frustriert, wütend, resigniert und enttäuscht. Zudem frage ich mich noch, warum Gott das gerade zugelassen hat. Es ist vielleicht eine dumme Frage, und es kommen mir gerade dutzende von theologischen Antworten in den Sinn. Aber die nützen nichts, denn es würde mich wirklich interessieren, was Gott sich da gedacht hatte. Und dennoch, über der ganzen Situation liegt irgendwie ein Friede. Der Friede Gottes nämlich, der mir sagt, dass er alles in der Hand hat. Dieser Friede ist höher als die Vernunft, schreibt Paulus, und genau das ist es, was in dieser Situation so wunderbar gut tut. Ich wünsche Dir unermesslich viel von diesem Frieden im Jahr 2010. So schliesse ich den Bericht mit den Worten von Paulus, die ich Dir von ganzem Herzen wünsche: „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ Phil. 4, 7
Foto: © T.Wengert / PIXELIO